Leben mit einem Gehirntumor: Nic will zeigen, wie er sieht

Ein Tumor drückt auf das Sehzentrum des 14-Jährigen. So fällt es ihm auch schwer, den Bewegungsdrang auszuleben.

Nic Stöffler lebt seit seiner Geburt mit einem Gehirntumor. Trotz stark eingeschränkten Sehvermögens ist er ein guter Maler.

Nic Stöffler liebt die Natur. In seinem Jugendzimmer hängen viele Bilder mit Tieren und Naturmotiven, auch ausgestopfte Vögel hat er sich aufgestellt. Mittendrin hängt eine Urkunde für eine abgelegte Fischereiprüfung - sein ganzer Stolz. Das große Ziel sei dann die Jagdprüfung, sagt der 14-Jährige: Denn die ermögliche es ihm, später einmal Falkner zu werden.

Das zu schaffen wird kein leichter Weg für den Jugendlichen. Nic wurde mit einem Gehirntumor geboren. Der Tumor ist gutartig und bildet keine Metastasen, wächst aber immer wieder. Die unmittelbarste Auswirkung davon ist, dass sein Sehvermögen stark beeinträchtigt ist. Um etwa auf seinem Handy etwas erkennen zu können, muss Nic sich das Gerät direkt vor die Augen halten. Scharf wird das Bild aber nicht. "Meine Augen können nicht fokussieren, ich sehe unscharf. Den Leuten fällt das immer gleich auf wenn sie meine Pupillen sehen."


Tumor im Gehirn: Nic musste fünf Mal operiert werden

Der Kampf gegen den Tumor prägt schon lang das Leben des 14-Jährigen. Als er knapp vier Jahre alt war, wurde die Erkrankung bei ihm entdeckt. Vor allem in den ersten Jahren nach der Diagnose hat Mutter Katharina, die Nic und seinen älteren Bruder allein erzieht, viel Zeit in Krankenhäusern verbracht.

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Fünf Mal musste Nic am Kopf operiert werden. "Ich habe es immer schon vor den Untersuchungen gewusst, wenn der Tumor wieder gewachsen ist, weil sich sein Verhalten sofort geändert hat." Seit einigen Jahren ist der Tumor stabil, ob und wann er wieder wächst, kann man nicht sagen.

Die Einschränkung seines Sehvermögens sind nicht die einzigen Auswirkungen des Tumors. Die Erkrankung hindert ihn auch daran, zum Mann heranzuwachsen: Nic braucht deshalb eine Hormontherapie. Auch auf seine Gefühlswelt hat der Tumor Auswirkungen. Und er hat Schmerzen. "Mein Sohn fühlt sich in seinem Körper immer irgendwie unwohl: Immer schmerzt etwas, ob es nun der Rücken ist oder der Kopf. Das kann man sich gar nicht vorstellen, wie sich so etwas anfühlt", sagt die Mutter.


Nic nimmt derzeit Karateunterricht über das Telefon

Nic hat natürlich trotzdem dieselben Bedürfnisse wie andere Jugendliche seines Alters. Dazu gehört auch ein ausgeprägter Bewegungsdrang. Sport zu machen ist für ihn aber nicht ohne Weiteres möglich. Trotzdem nimmt er seit Jahren Karateunterricht. In der Coronazeit bekommt er Lektionen über das Telefon. "Der Lehrer erklärt mir, was ich tun soll, und ich mache das nach. Ich habe schon den braunen Gürtel."

Ein großer Wunsch von ihm ist es, Krafttraining zu machen. Dafür braucht er aber professionelle Hilfe und Begleitung. Gemeinsam mit seiner Ärztin hat Familie Stöffler einen Therapeuten gefunden, der mit Nic gemeinsam trainieren würde. Um das längerfristig machen zu können, hapert es aber noch an der Finanzierung.

Unterdessen geht Nic vor allem seiner großen Leidenschaft, dem Malen, nach. Trotz seines stark eingeschränkten Sehvermögens ist Nic ein guter Maler. Die Natur- und Tierbilder in seinem Zimmer hat der 14-Jährige alle selbst gestaltet. "Ich male auch so gerne, weil ich den Menschen zeigen will, wie ich Dinge sehe. Denn das will jeder von mir wissen und es ist schwer, das zu erklären."

Spendenkonto
Papageno Kinderhospiz
IBAN: AT97 2040 4000 4150 2089

Verwendungszweck "Für Nic"

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Ein Karateka, der sich nicht unterkriegen lässt. Es freut mich sehr, dass sich unsere Wege gekreuzt haben und bin stolz darauf Nic trainieren zu dürfen.
 
Michael Kara
Trainer und Obmann
 
Quelle: SN